Entwicklung einer wirksamen Ausrüstung zum Schutz heller Möbelbezugsstoffe vor Verfärbungen durch Farbigen Faserabrieb von Bekleidungstextilien

Die Anschmutzung heller Möbelbezugsstoffe mittels Bekleidungstextilien in mittleren und dunklen Farbtönen durch Farbstoff- und/oder Faserabrieb stellt für Möbelbezugsstoffhersteller ein bedeutendes Problem dar.

Gerade in den letzten Jahren lagen helle Polstermöbel im Trend. Der Kunde hat dabei freie Auswahl was Faserzusammensetzung, Gewebeart und Farbton des Möbelbezugsstoffes betrifft. In den meisten Fällen werden von den Konsumenten dabei Polstermöbel mit Fleckschutzausrüstung favorisiert. Diese Applikationen beruhen meist auf der Basis von Fluorcarbon und beugen zwar einer Verunreinigung des Polsterstoffes durch Standardanschmutzungen auf Wasser- und Ölbasis (Speisen, Getränke) vor, jedoch können sie eine Anschmutzung durch (überschüssigen) Farbstoff von Bekleidungstextilien nicht verhindern. Dies jedoch ist ein Aspekt, der vom Kunden nicht toleriert wird, sodass es vermehrt zu Reklamationen bei Fachhändlern und den Herstellern von Möbelbezugsstoffen kommt. Die Forderung nach einer umfassenden Fleckschutzausrüstung, die auch Farbanschmutzungen vorbeugt, wird somit vermehrt gestellt.

Innerhalb dieses Forschungsprojektes sollte deshalb der Anschmutzbarkeit von hellen Möbelbezugsstoffen durch schlecht reibechte Bekleidungstextilien entgegen gewirkt werden, indem eine antiadhäsive quasikeramische Beschichtung auf Nanosolbasis auf das Textil appliziert wurde. Diese Ausrüstung sollte eine Farbanschmutzung verhindern oder aber eine deutlich verbesserte Entfernbarkeit der Anschmutzung durch gängige Reinigungsmethoden ermöglichen.

Während des Forschungsvorhabens wurden verschiedenste Nanosole synthetisiert und auf diverse Möbelbezugsstoffe appliziert. Anschließend erfolgte die umfassende Effektanalyse hinsichtlich textiler und gebrauchsbedingter Eigenschaften.

Die gewonnenen Ergebnisse führten dabei zu dem Schluss, dass die Anschmutzung vordergründig durch Farbstoffabrieb und nicht wie ursprünglich vermutet durch Faserabrieb hervorgerufen wird.

Des Weiteren wurde deutlich, dass eine Farbanschmutzung heller Möbelbezugsstoffe auch mit dem hier verfolgten Ansatz nicht gänzlich verhindert werden kann. Ausgewählte, im Forschungsvorhaben synthetisierte Ausrüstungen erlauben jedoch eine vollständige Abreinigung des Farbstoffes durch den Einsatz eines mit Waschflotte getränkten Microfasertuchs.

Wenngleich somit das primäre Forschungsziel der Entwicklung einer Ausrüstung zur verbesserten Abreinigung von Farbanschmutzungen farbiger Bekleidungstextilien auf hellen Möbelbezugsstoffen erreicht wurde, bedarf es bis zur Marktreife eines Produktes noch weiterer Forschungsarbeit, da die bisherigen Ausrüstungsvarianten die Kombination aus vollständiger Farbstoffabreinigung sowie Hydro- und Oleophobie noch nicht aufweisen. Durch Vereinigung verschiedener Komponenten von Neuentwicklungen dieses Forschungsprojektes in einem Kombinationsprodukt, dürfte die Synthese einer hydro- und oleophoben Ausrüstung mit sehr guten Farbstoffabreinigungseigenschaften möglich sein.

Dieses Projekt war ein Gemeinschaftsprojekt folgender Institute:
Hohenstein Institute
Deutsches Textilforschungszentrum Nord-West e.V.

(pdf-Möbelbezugsstoffe)

Angaben zum Forschungsvorhaben:
Entwicklung einer wirksamen Ausrüstung zum Schutz heller Möbelbezugsstoffe vor Verfärbung durch farbigen Faserabrieb von Bekleidungstextilien
IGF-Vorhaben Nr. 15151 N
Laufzeit: 01.02.2007 bis 31.01.2009
Gemeinschaftsprojekt mit den Hohensteiner Instituten, Bönnigheim
Ansprechpartner: Dr. Torsten Textor, Tel.: +49-2151-843-0, e-Mail: info@dtnw.de