Historie des DTNW

Das DTNW blickt auf eine 90-jährige Forschungsgeschichte zurück.

Nach dem 1. Weltkrieg gab es die große Aufgabe der Rohstoffbeschaffung. Außerdem war es die Zeit, in der erhebliche Fortschritte in der Veredlungsmethode gemacht wurden: Mercerisierte Baumwolle, neue Farbstoffe, Färbeverfahren, die ersten Kunstfasern kamen auf den Markt.

Das DTNW wurde als Textilforschungsanstalt von der Krefelder Textilindustrie, den Verbände der Seiden-, Samt- und Veredlungsindustrie, der Stadt Krefeld und dem „Reichskuratorium zur wissenschaftlichen Förderung der Textilindustrie“ gegründet.

1925 wurde Dr. Wilhelm Weltzien aus Berlin berufen.

Die „Öffentliche Prüfstelle“, die aus der 1842 gegründeten "Oeffentlichen Seiden-Trocknungs-Anstalt zu Crefeld" hervorging, wurde unter Weltzien an die Textilforschungsanstalt angeschlossen.

Nach Kriegsende musste die Textilforschungsanstalt, die nun in der britisch besetzten Zone lag, zunächst die Arbeit einstellen. Am 9. Mai 1947 konnte die Arbeit erst wieder aufgenommen werden.

Mit der Grundsteinlegung am 9. Mai 1955 konnte der Traum eines eigenen Gebäudes am Frankenring in Erfüllung gehen.

Am 1. März 1966 wurde Privat-Dozent Dr. Giselher Valk Leiter der Anstalt. Er war Assistent am Wollforschungsinstitut Aachen.

1978 wurde durch den Zusammenschluss der drei Forschungsinstitute am Niederrhein, der Textilforschungsanstalt Krefeld (TFA), der Wäschereiforschung Krefeld (WFK) und des Institutes für textile Messtechnik Mönchengladbach (ITM), das DTNW gegründet.

Seit 1983 war Prof. Dr. Eckhard Schollmeyer Leiter des Instituts für textile Messtechnik. Er kam am 16. April 1980 als Abteilungsleiter der TFA aus Stuttgart. 1984 wurde er außerplanmäßiger Professor für physikalische Chemie an der Universität Duisburg.

1986 wurde das DTNW ein An-Institut der Universität Duisburg heute Universität Duisburg-Essen.

1987 gab man die interne Institutsaufteilung auf und ernannte Prof. Dr. Eckhard Schollmeyer zum geschäftsführenden Direktor.

Seit dem 1. September 2010 leitet Prof. Dr. Jochen Gutmann, Professor für Physikalische Chemie an der Universität Duisburg-Essen, als geschäftsführender Direktor das DTNW und die Öffentliche Prüfstelle.

In 2011 wurde die Organisationsstruktur des DTNW in Kooperation mit der Hochschule Niederrhein grundlegend bearbeitet. Die Forschungsaktivitäten wurden in die neu gegründete DTNW gGmbH ausgegliedert. Die Dienstleistungen der Oeko-Tex-Gruppe wurden zusammen mit der Öffentlichen Prüfstelle Krefeld e.V. in die DTNW ÖP GmbH überführt.


Highlights der Forschung am DTNW

 

2014: Entwicklung eines textilen Absorbers zur Rückgewinnung von Edelmetallen (UMSICHT-Preis)

2013: Weltweit erste erfolgreiche Immobilisierung von Organokatalysatoren an festen Trägermaterialien
(Publikation in Science)

2012: Polyphosphazene als neuartige Flammschutzmittel für Textilien

2011: Entwicklung einer textilbasierten Solar-Farbstoffzelle (DSC)

2010: Ausrüstung textiler Materialien mit Hydrophobinen

2008: optischer Lichtsammler (Eisbärhaar)

2008: in-situ-Darstellung von leitfähigen Polymeren auf textilen Substraten

2007: Konzeption stichsichere Schutzweste durch Ausrüstung mit organisch-anorganischen Nanokompositen

2001: Immobilisierung von (Bio-) Katalysatoren an textilen Trägermaterialien

2000: Krefelder Ciliatentest

1997: Sol-Gel Beschichtungen auf polymeren Materialien

1996: Cyclodextrine auf polymeren Oberfläche. 2. Platz des Otto von Guericke-Preises 2002 durch die AIF

1993: Überkritisches CO2 als Prozessmedium. Erfindung der wasserfreien Färbung aus überkritischem Kohlendioxid

1992: Enzyme in der Textilveredlung

1989: Mechanische Kurzeitbeanspruchung von synthetischen Fasern

1987: Die UV-Laserbehandlung von Faserpolymeren

1976: Nachweis und Lösung der Auswirkung von Oligomeren auf die veredlerischen Eigenschaften von Polyesterfasern

1971: Die Einführung der "Effektivtemperatur" zur Charakterisierung thermischer Behandlungen