Polyoxazoline

Antimikrobielle Textilien sind weit verbreitet, da ein verringerter Bewuchs durch Mikroorganismen den Tragekomfort (Geruch, Hautempfinden) verbessert, die Produktlebensdauer verlängert sowie für hygienisch sensible Einsatzgebiete vorteilhaft ist. Dennoch sind die aktuell verwendeten Technologien in verschiedener Hinsicht problematisch. Zum einen wird die Nutzung von Bioziden, z.B. Silber oder organische Verbindungen, in Gebrauchsgütern ganz allgemein kritisch gesehen, da mögliche negative Auswirkungen auf Mensch und Umwelt befürchtet werden. Da sich diese Vorbehalte sowohl in neuen gesetzlichen Regelungen als auch im Kaufverhalten der Verbraucher widerspiegeln, besteht in der Textilindustrie nach wie vor ein akutes wirtschaftliches Interesse an neuen Ausrüstungen. Zum anderen unterliegen antimikrobielle Oberflächen einem Foulingprozess durch abgestorbene Zellen und andere organische Materialien, wodurch sich ihre Effizienz unweigerlich mit der Zeit verringert. Vor diesem Hintergrund wird somit ein hohes Potenzial in biozidfreien, rein antiadhäsiv wirkenden Ausrüstungen sowie in kombiniert antiadhäsiv/biozid wirksamen Varianten gesehen, die keine Biozide an die Umwelt abgeben.

Ziel des laufenden Forschungsprojekts ist die Entwicklung einer neuartigen Ausrüstungstechnologie, die leicht steuerbar beide Wirkprofile (antiadhäsiv bzw. antimikrobiell) aufweisen kann und speziell den Anforderungen von textilen Produkten entspricht (einfache Applikation, gute Permanenz, geringe Zusatzkosten). Die zu entwickelnden Ausrüstungen basieren auf der Verwendung von Polyoxazolinen, die sowohl zur Herstellung von rein antiadhäsiven als auch von kontaktaktiven antimikrobiellen Oberflächen genutzt werden können. Für einen breiten industriellen Einsatz dieser Polymere spricht zudem die kommerzielle Verfügbarkeit verschiedener Varianten, die Möglichkeit wasserbasierter Formulierungen, ihre chemische Beständigkeit, sowie die toxikologische Unbedenklichkeit, die bereits in verschiedenen Studien bestätigt wurde.

Angaben zum Forschungsvorhaben:

Forschungsthema: Polyoxazolin-basierte Ausrüstungspolymere zur Generierung antiadhäsiver Textilien mit steuerbarer antimikrobieller Funktion
IGF-Projekt-Nr. 19622 N
Laufzeit: Juni  2017 – Mai 2019
Ansprechpartner: Dr. Markus Oberthür, Tel.: +49 (0) 2151/843-2017, Email: oberthuer@dtnw.de