Seidenproteine

Ausrüstungen von textilen Materialien zur Verbesserung der Hauverträglichkeit

Viele Menschen, insbesondere in den hoch industrialisierten Ländern, leiden unter Hautproblemen, die besonders bei Allergikern und Neurodermitikern auftreten. Die sensible Haut reagiert dabei insbesondere auf mechanische Einflüsse empfindlich, die mit der Haptik von Gegenständen oder köpernaher Kleidung verbunden sind.

In kosmetischen Artikeln wie Cremes, aber auch in Shampoos werden heute hydrolysierte Seidenproteine eingesetzt, durch die z.B. Haare weicher und auch besser kämmbar werden. In Versuchen des DTNW wurde aber auch gezeigt, dass Seidenproteine ein erhebliches Potential zur Erzielung eines deutlich weicheren Griffs textiler Materialien aufweisen.

Wie Messungen an der Charité in Berlin mithilfe der Laser-Scanning-Mikroskopie (LSM) zeigten, üben mit Seidenproteinen ausgerüstete Gewebe darüber hinaus beim Reiben einen deutlich geringeren Einfluss auf Hautzellen aus als ohne diese Ausrüstung. Man kann daher davon ausgehen, dass auch bei Menschen mit Hautproblemen eine Linderung ihrer Beschwerden durch eine entsprechende Ausrüstungen mit Seidenproteinen erzielt werden kann.

 



Abbildung 1: Aufnahmen menschlicher Haut durch LSM; Ausgangszustand (links), nach Reiben mit einem nicht ausgerüsteten (Mitte) und nach Reiben mit einem mit Seidenproteinen ausgerüsteten Polyamidgewebe (rechts)

Ziel des Forschungsvorhabens ist es zunächst, durch entsprechende Vernetzer eine, insbesondere im Hinblick auf eine hohe Beständigkeit in Wasch- und Reinigungsprozessen dauerhafte Anbindung der Seidenproteine auf textilen Oberflächen zu erzielen. Darüber hinaus soll auch untersucht werden, welchen Einfluss unterschiedliche Molekulargewichte der Seidenproteine auf die haptischen Eigenschaften des Textilguts ausüben. Dabei sollen sowohl Aspekte des Tragekomforts als auch Auswirkungen auf Hautirritationen betrachtet werden.

Angaben zum Forschungsvorhaben

Titel: Permanente Verankerung von Seidenproteinen auf textilen Materialien
Förderkennzeichen: IGF-Vorhaben 17869 N
Laufzeit: 01.12.2013-30.11.2015

Ansprechpartner: Dr. Torsten Textor, Telefon: 02151/843-0, E-Mail: info@dtnw.de