Färben aus ionischen Flüssigkeiten

Ionische Flüssigkeiten (IL) gewinnen in jüngster Zeit sowohl wissenschaftliches als auch anwendungsbezogenes Interesse. Als IL werden Substanzen ionischer Zusammensetzung verstanden, die unterhalb von 100 °C flüssig vorliegen. Sie zeichnen sich u.a. durch einen extrem niedrigen Dampfdruck aus und sind oft bis weit über 200 °C thermostabil. Vorarbeiten des DTNW hatten gezeigt, dass sich Ionische Flüssigkeiten auch als textile Färbemedien eignen, mit denen bereits unter atmosphärischen Druckbedingungen echte Färbungen gestaltet werden können. In Zusammenarbeit mit dem belgischen Textilforschungsinstitut CENTEXBEL war es daher das Ziel des Forschungsvorhabens, die Grundlagen für eine Verfahrenstechnik zur Färbung von nativen und synthetischen Fasern aus IL zu erarbeiten.

 

Während die Ergebnisse für Baumwoll-, Polyamid- oder Polyacrylnitrilfasern nur wenig vielversprechend waren, gelang es insbesondere, Polyesterfasern bei Temperaturen deutlich oberhalb von 100 °C in einem offenen System (also druckfrei) zu färben. Die Färbeergebnisse wiesen keine Unterschiede zu konventionellen HT-Färbungen hinsichtlich Farbtiefe, Reib- oder Waschechtheit auf, wobei auch hilfsmittelfreie Farbstoffe problemlos verwendet werden können. Des Weiteren konnten Baumwolle/Polyester-Mischungen mit guten Ergebnissen aus einer einzigen Farbflotte gleichzeitig mit Reaktiv- und Dispersionsfarbstoffen gefärbt werden. Bei den konventionell nur äußerst schwer färbbaren Aramidfasern wiederum wurden beim Färben aus IL herausragende Farbtiefen erzielt. In Summe eröffnet das neue Verfahren eine Vielzahl von wirtschaftlichen, aber auch ökologischen Vorteilen und kann somit mittelfristig die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Betriebe verbessern.

Angaben zum Forschungsvorhaben

Titel: Dyeing of textile materials in ionic liquids
Kennwort: Dyeing in IL
Förderkennzeichen: IGF-Vorhaben Nr. 73 N (CORNET)
Laufzeit: 01.06.2012 - 31.05.2014
Projektpartner: CENTEXBEL, Zwijnaarde, Belgien

Ansprechpartner: Dr. Klaus Opwis, Tel.: +49-2151-843-2014, e-Mail: opwis@dtnw.de