Neuartige Veredlungschemikalien

In diesem Arbeitsgebiet werden am DTNW neuartige Veredlungschemikalien für die Textilveredlung untersucht. Dazu zählen u.a. lineare Polyvinylamine (PVAm), Polycarbodiimide und Azide.  Die Ausrüstung mit Polyvinylaminen bewirkt z.B. eine Hydrophilierung von PET‑Geweben und eine drastische Reduzierung des Oberflächenwiderstandes, was dem Material exzellente antistatische Eigenschaften verleiht. Des Weiteren gelang es, die PVAm-ausgerüsteten Polyestergewebe mit hoher Egalität und Waschbeständigkeit reaktiv zu färben. Untersuchungen bzgl. Beschichtungen ergaben eine verbesserte Haftungsvermittlung von PVAm-modifizierten PET-Geweben zu Polyurethanlaminaten und Klebern. Bei Polyamidgeweben wurde PVAm erfolgreich in einen nasschemischen Prozess über das Ankermolekül Glutardialdehyd an das textile Material dauerhaft fixiert. Wie im Falle von PET wurden die elektrischen Eigenschaften durch die Fixierung von PVAm deutlich verbessert. Ferner konnte in richtungweisenden Versuchen an Wolle gezeigt werden, dass sich eine Modifizierung von textilen Materialien mit PVAm grundsätzlich dazu eignet, die Anzahl der reaktiven Stellen auf einer Polymeroberfläche für eine weiterführende Funktionalisierung (z.B. Cyclodextrinausrüstung) deutlich zu erhöhen.