Ionische Flüssigkeiten für die Textilveredlung

In zunehmendem Maße gewinnen Ionische Flüssigkeiten (IL) sowohl wissenschaftliches als auch anwendungsbezogenes Interesse. Als Ionische Flüssigkeiten werden bisher Substanzen verstanden, die aus rein organischen Kationen und anorganischen (oder organischen) Anionen bestehen und die im Temperaturbereich von 0-100 °C flüssig sind. In Abhängig von der Struktur der Ionen sind sowohl wasserlösliche (hydrophile) als auch wasserunlösliche (hydrophobe) Ionische Flüssigkeiten bekannt.

Sie zeichnen sich durch besondere Eigenschaften aus:

- niedriger bis kaum merkbarer Dampfdruck

- i.d.R. hohe Temperaturstabilität,

- praktisch kein Flammpunkt,

- hohe Dielektrizitätskonstante und damit verbunden

- hohes Lösevermögen für monomere und polymere Substanzen.

Wegen dieser Eigenschaften werden sie oft als „Green Solvents“ mit hohem Innovationspotential bezeichnet. So versprechen sie beispielsweise neue Wege in organischen Synthesereaktionen (Katalyse, Enzymreaktionen, Substitutionsselektivität u.v.a.) und in der Galvanotechnik (Metallabscheidung). Darüber hinaus sind neue Trenntechniken für die Aufarbeitung chemischer Synheseprodukte, eine Verwendung als Schmiermittel oder aber als Elektrolyt in Brennstoffzellen und Batterien denkbar.

Am DTNW werden Ionischen Flüssigkeiten erfolgreich als Medium zum Färben von synthetischem und natürlichem Fasermaterial eingesetzt. Die eingesetzten Ionischen Flüssigkeiten vermögen unterschiedliche Farbstoffklassen zu lösen und werden je nach Fasermaterial bei unterschiedlichen Temperaturen als Farbstoffträger eingesetzt. Man erhält Färbungen hoher Echtheit. Hervorzuheben ist, dass außer der ionischen Flüssigkeit keinerlei weitere Hilfsmittel benötigt werden und dass bei Temperaturen über 100 °C in drucklosen Systemen gearbeitet werden kann.