Biopolymere/ Naturstoffchemie

Biopolymere aus dem Bereich der nachwachsenden Rohstoffe, zu denen Chitosane, Carraghenane, Alginate, Pektine, Fucoidan und Dextrine zählen, weisen viele, für textile Applikationen interessante Eigenschaften auf. So besitzen sie filmbildende und wasserbindende Eigenschaften, die sich günstig auf das Mikroklima zwischen Textil und Haut auswirken können und einen hohen Tragekomfort versprechen - insbesondere für Personen, die zu Hautirritationen und Ekzemen neigen. Chitosane besitzen antibakterielle und fungizide Eigenschaften und können somit dem Biofouling bei Outdoortextilien entgegenwirken bzw. im Bereich der Medizintextilien wundheilend bzw. entzündungshemmend wirken. Carraghenane wiederum sind in der Lage, Proteine zu binden, was bei der Prävention von allergischen Hautreaktionen genutzt werden kann.

Ausgehend von verschiedenen bereits am DTNW etablierten Fixierungsstrategien eröffnete sich die Aufgabe, aktive Biopoly­mere auf Fasermaterial unter Erhalt ihres Wirkungsspektrums dauerhaft zu verankern. Im Sinne einer vereinfachten Verfahrenstechnik wurde am DTNW ein simpler Weg zur Derivatisierung der Biopolymere wie Chitosan oder Carragheenan gewählt, der praktisch in-situ das reaktionsfähige Biopolymer erzeugt, wobei die erhaltene Flotte direkt zur Textilausrüstung eingesetzt werden kann.

Die am DTNW entwickelte Dünnschichtausrüstung textiler Materialien mit funktionellen Biopolymeren zeigt neue Wege zur Gestaltung hautfreundlicher und auch für Allergiker verträglicher Textilien für den Bekleidungs- und für den Heimtextilbereich sowie für klinische Anwen­dungen auf.

Weitere Schwerpunkte im Bereich der textilen Naturstoffchemie sind:

-               Bildung von Hydrogelen

-               permanenten Fixierung von Peptiden/Proteinen (z.B. Hydrophobin-Ausrüstung)