Forschungsschwerpunkte

Polyelektrolytschichten auf textilen Materialien

Die Modifikation textiler Oberflächen stellt heute ein gängiges Verfahren dar, um textilen Materialien neue Eigenschaften zu verleihen. Durch Applikation von im Wechsel applizierten Polyanionen und Polykationen (Layer-by-layer-Verfahren) ist es möglich, die Oberflächeneigenschaften von natürlichen und synthetischen Fasermaterialien zu verändern. Zum Aufbau von Schichten mit Polyelektrolyten geht man von einem textilen Trägermaterial aus, das abwechselnd in eine wässrige Lösung von Polyanionen und Polykationen eingetaucht wird. Alternativ kann auch mit den Lösungen besprüht werden. Diesen Vorgang wiederholt man so oft, bis die gewünschte Schichtdicke entstanden ist.

 

Durch die Beschichtung von Textilien mit Polyelektrolyten können verschiedene Fasereigenschaften gezielt verändert und neue Anwendungen eröffnet werden. Es können Fasern mit sehr glatten Oberflächen erhalten werden, so dass die bei Atopikern durch Kleidung hervorgerufenen Reizungen der Haut reduziert werden kann. Außerdem ändern sich die mechanischen Eigenschaften des ausgerüsteten Gewebes sowie dessen Oberflächenwiderstand.

Weiterhin lassen sich durch Polyelektrolytschichten auch antimikrobielle Eigenschaften vermitteln, entweder direkt oder verstärkt durch die Einlagerung von bioziden Wirkstoffen. Diese Depotwirkung kann auch für andere Wirkstoffe aus dem Medizin- und dem Kosmetikbereich ausgenutzt werden.

Polyelektrolytschichten auf textilen Materialien als wiederbeladbare Speicher für kosmetische und pharmazeutische Wirkstoffe (IGF-Projekt Nr. 18532BG)

Konservierung historischer Textilien mit Polyelektrolytbeschichtungen? Ein interdisziplinärer Forschungsansatz mit viel versprechendem Potenzial.
RESTAURO 6 (2015), 32-35.