Ionische Flüssigkeiten

 

Ein noch junger und im Aufbau befindlicher Schwerpunkt ist die Verwendung von ionischen Flüssigkeiten zur Funktionalisierung von Oberflächen. Ionische Flüssigkeiten sind in der Regel organische Salze, die unterhalb von 100 °C flüssig sind. Diese Flüssigkeiten erweitern „nur“ die Zahl der verfügbaren Lösemittel für unterschiedliche Anwendungen. Sie besitzen gleichzeitig auch Vorteile gegenüber den nicht-ionischen Flüssigkeiten. Der Dampfdruck der ionischen Flüssigkeiten ist praktisch null, d.h. dass Synthesen oder andere Prozesse in diesen Lösemitteln auch bei hohen Temperaturen durchgeführt werden können, ohne dass das Lösemittel abdampfen kann. Außerdem gelten die Lösemittel als hochgradig temperaturstabil – verschiedene können bei Temperaturen >300 °C eingesetzt werden, ohne dass es zur Zersetzung kommt.

Neben diesen, für viele Prozesse günstigen Eigenschaften, sind heute eine Reihe von ionischen Flüssigkeiten bekannt, die in der Lage sind, Verbindungen zu lösen, die in anderen Lösemitteln gar nicht oder nur schwer zu lösen sind. So existieren bspw. ionische Flüssigkeiten, die bis zu 30% Cellulose lösen können, oder solche, die verschiedene Polyurethane lösen.

Insgesamt ergeben sich aus der Verwendung von ionischen Flüssigkeiten interessante Möglichkeiten z.B. zur Oberflächenmodifikation. So konnten wir bspw. in ersten Versuchen zeigen, dass es grundsätzlich möglich ist, aus geeigneten Lösungen Polyesterfasern mit Cellulose auszurüsten – solche Fasern können dann z.B. wie eine Baumwolle gefärbt werden.